Foto: Manfred K Schuck

Angefangen hat alles ganz bescheiden mit einer Chefredaktion: die Schülerzeitung des Ludwig-Erthal-Gymnasiums in Lohr am Main wurde zu meiner Schulzeit wüst zusammengeklebt: Die späten Siebziger hatten auch etwas Dadaistisches.

Nach der Schulzeit habe ich ein bisschen für das Lohrer Echo geschrieben. Aber Gemeinderatssitzungen und ähnliche Dinge fand ich thematisch dann doch recht langweilig.

In meinem Publizistik-Studium habe ich über den Journalismus konkret nicht sehr viel erfahren. Es war nicht mein stärkstes Fach, was vielleicht damit zusammenhängt, dass empirische Kommunikationswissenschaft teilweise einen ähnlichen Charme entwickelt wie Gemeinderatssitzungen. Dafür schrieb ich Rezensionen für "Premiere", eine Theater-Zeitschrift.

Mitte der Neunziger habe ich dann wieder eine ganze "Zeitung" gemacht, nämlich das Mitteilungsblatt des Verbands Deutscher Schriftsteller in Niedersachsen. Meine Erfahrungen im kreativen Zusammenkleben von Texten konnte ich da voll ausleben. Später habe ich in der überregionalen VS-Zeitschrift "Kunst und Kultur" zwei Essays veröffentlicht. Der erste davon war eigentlich nur als Leserbrief gedacht.

Und dann - Ende der Neunziger - nach langen Jahren als Wissenschaftler und freier Künstler, sattelte ich wirklich zum Journalistenberuf um. Das Schicksal führte mich zum Südwestfunk, der damals gerade mit dem SDR zum SWR fusionierte. Eine gute Zeit, um als Fernseh-Journalist zu beginnen. Der Bedarf war da, ich war da, und es hat einfach gepasst - und passt immer noch.

Als Autor und Redakteur habe ich für viele Redaktionen gearbeitet, vor allem für "Treffpunkt", "Hierzuland", "Landesart", "Nachtkultur", "SonntagsTour". Ich habe Features für die Reihen "Nahaufnahme", "Essgeschichte(n)", "Mensch, Alltag", "Mensch, Leute", "Rhein kulinarisch" und "Rhein festlich" realisiert.

Eine der schönsten Erfahrungen war der Film über Anne Simon aus Mainz, eine Hebamme, die sich auf Hausgeburten spezialisiert hat. Der Film begleitet Anne Simon bei ihrer Arbeit mit den werdenden Müttern und zeigt sie auch in ihrer damaligen Wahlheimat Israel. Etwa neun Monate nach den Dreharbeiten war Anne die Hebamme meiner Frau und hat unseren Sohn entbunden.

Besondere Begegnungen mit Menschen sind für mich der größte Reiz am Journalisten-Dasein.